Künstlerisches Statement von Steffen Freiling – zur Wahrnehmung, Fotografie und emotionaler Tiefe.
„Ich fotografiere nicht, um die Welt abzubilden – sondern um sie neu zu empfinden und zu teilen. Mich interessiert die subjektive Erfahrung von Wirklichkeit: das, was sichtbar wird, wenn gewohnte Wahrnehmungsmuster ihre Selbstverständlichkeit verlieren.

Mit fotografischen Mitteln hinterfrage ich die vermeintliche Genauigkeit fotografischer Wiedergabe. Ich nutze Fotografie, um Vertrautes zu dekonstruieren und die Grenzen der Wahrnehmung zu verschieben. Ob durch die Darstellung von Zeit als fließendes Element, die extreme Annäherung an Details oder die Isolation von Formen aus ihrem Kontext – meine Arbeiten lösen Motive aus ihren gewohnten Zusammenhängen und eröffnen andere Möglichkeiten des Sehens.

In dieser Haltung fühle ich mich insbesondere dem Impressionismus verbunden. Was mich daran interessiert, ist der Bruch mit der Vorstellung einer einzig richtigen visuellen Wiedergabe. Die Impressionisten im 19 Jhd. stellten dem Anspruch auf präzise Abbildung die subjektive Wahrnehmung eines flüchtigen Augenblicks entgegen. In meinen Slit-Scan-Arbeiten führe ich diesen Gedanken auf meine eigene Weise weiter: Nicht nur die Darstellung des Raumes verändert sich – auch der fotografische Augenblick selbst löst sich auf. Das Bild entsteht aus einem kontinuierlichen Verlauf von Zeit.

Dabei geht es mir nicht um Verfremdung um ihrer selbst willen, sondern um eine unmittelbare sinnliche Erfahrung. Wenn Bekanntes für einen Moment nicht mehr eindeutig lesbar ist, entsteht Raum für Wahrnehmung jenseits eingeübter Zuschreibungen. Es ist ein Akt der Entkopplung – eine Rückkehr zum Staunen.

Meine Arbeiten sind eine Einladung, über das Offensichtliche hinauszublicken und die emotionale Resonanz der Realität neu zu entdecken. Sie sind ein Plädoyer für eine subjektive Schönheit, die oft im Unscheinbaren, im Mikrokosmos oder im Fluss der Zeit verborgen liegt: eine Welt, die nicht nur gesehen, sondern gefühlt werden will.“

Vita

Steffen Freiling studierte Informatik in Deutschland und den USA und war über ein Jahrzehnt als Unternehmensberater in Europa und den Vereinigten Staaten tätig. 2004 vollzog er einen bewussten Perspektivwechsel hin zur Fotografie. Das fotografische Handwerk erarbeitete er sich von Grund auf – vom klassischen Schwarzweißlabor über intensive Studio- und Lichtarbeit bis zu den technischen und gestalterischen Grundlagen professioneller Fotografie. Ergänzend hospitierte er rund ein Jahr bei verschiedenen Fotografen in Berlin und vertiefte dort seine praktische Erfahrung.

Seit 2005 ist er als Fotograf in der Handwerksrolle in Berlin bzw. Konstanz eingetragen.

Von 2005 bis 2019 lag der Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeit auf der Auftragsfotografie. Zu seinen regelmäßigen Auftraggebern zählten unter anderem das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) sowie zahlreiche NGOs. Seine Arbeit umfasste Studiofotografie für Werbung, Portrait und Editorial ebenso wie dokumentarische Projekte und Bildstrecken für Bücher, Magazine und Lehrwerke. Über viele Jahre arbeitete er zudem im Auftrag für den Zoo und den Tierpark Berlin. Seine dort entstandenen Fotografien wurden weltweit in zahlreichen Medien veröffentlicht – unter anderem im People Magazine. Hinzu kamen Event- und Konzertfotografie für verschiedene Berliner Radiosender. Parallel dazu entwickelte er kontinuierlich seine freie künstlerische Arbeit weiter.

Seit 2020 liegt der Schwerpunkt auf der künstlerischen Fotografie, während er weiterhin ausgewählte Aufträge übernimmt. Sein Werk bewegt sich zwischen Fotografie, Abstraktion und konzeptueller Bildsprache – stets getragen von einem feinen Gespür für Wahrnehmung, Struktur und die Poesie des Alltäglichen. Heute lebt und arbeitet er am Bodensee.

Austellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

2006 · Berlin, Deutschland – Galerie Gül: art-i-fact
2008 · Berlin, Deutschland – Galerie Gül: Windows of Berlin 1.0
2009 · Iisalmi, Finnland – Underground PhotoGallery: Holocaust Memorial Berlin
2009 · Berlin, Deutschland – Interesting Berlin: Urban Passion
2010 · Berlin, Deutschland – Galerie Niesen: Urban Passion
2010 · Berlin, Deutschland – Medienzentrum Berlin: Urban Passion

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2008 · Estremoz, Portugal – International Photofestival: Urban Passion & Berlin
2009 · Iisalmi, Finnland – Underground PhotoGallery: Urban Passion
2023 · Basel, Schweiz – Artboxy @ Art Basel: The Color Codes & Space over Time
2023 · Zürich, Schweiz – Swissartexpo: The Color Codes & Space over Time
2023 · Athen, Griechenland – Andie Art Gallery: The Color Codes & Space over Time
2023 · Dubai, VAE – Andakulova Gallery: The Color Codes & Space over Time
2023 · Miami, USA – Spectrum: Space over Time
2024 · Berlin, Deutschland – Nicoleta Gallery Berlin: Berlin, Space over Time, Paper Works
2024 · Zug, Schweiz – Thomson Gallery: Paper Works, The Color Codes, Space over Time
2024 · Dubai, VAE – Andakulova Gallery: Space over Time
2024 · Venedig, Italien, – ARTBOX GROUPS: Paper Works, Space over Time
2024 · ARTBOX.PROJECT Basel 3.0 – BIENNALE ARTBOX EXPO Venezia 2.0: Paper Works
2024 · Zürich, Schweiz – Swissartexpo: Space over Time
2024 · Miami, USA – RED DOT Miami: Space over Time
2025 · Königsfeld, Deutschland – Galerie K3: Die Farben des Sommers / Space over Time
2025 · Villingen-Schwenningen, Deutschland – ArtFlux: Flora / Fragil

 

2009: Offiziell geehrter Botschafter der Stadt Berlin – Auszeichnung durch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit für die internationale Präsentation von Urban Passion (Gruppenausstellung in Portugal, Syrien und den USA)

Ausgewählte Auftraggeber

adidas · Axel Springer Verlag · Bundesministerium für Arbeit und Soziales · BSTU (Stasi-Unterlagen-Behörde) · Charité Berlin · Einstein Center for Neurosciences Berlin · Deutsches Rotes Kreuz, Generalsekretariat · Deutsche Kinder- und Jugendstiftung · World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) · Zoologischer Garten Berlin · Tierpark Berlin · People Magazine NY · rbb · Rowohlt Verlag · Schweisfurth-Stiftung · Chamäleon Theater Berlin

Medienveröffentlichungen (Auswahl)

People Magazine · The Guardian · Frankfurter Allgemeine Zeitung · WWF · The Independent · Der Tagesspiegel · Die Welt · Focus · Bild · NBC · CBS · ABC News · Fox · The China Post · Seattle Times · Toronto City News · Taiwan News · Südkurier · Stuttgarter Nachrichten – sowie zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Medien.

Fine Art: Druck und Präsentation

Jedes Werk von Steffen Freiling entsteht mit höchstem Anspruch – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Umsetzung. Die Wahl des Mediums, des Papiers und der Präsentation ist Teil des künstlerischen Prozesses und prägt die Wahrnehmung des Bildes maßgeblich.

Die Editionen werden überwiegend als Giclée-Drucke auf Museumsqualitätspapieren wie Canson Infinity Rag Photographique oder Hahnemühle William Turner und German Etching gefertigt. Für brillante, tiefenscharfe Umsetzungen in zeitgenössischer Ästhetik kommen auch ChromaLuxe-Prints auf Aluminium zum Einsatz – mit ihren herausragenden Eigenschaften in Bezug auf Farbe, Detail und Langlebigkeit.

In Europa entstehen die Fine-Art-Drucke in enger Zusammenarbeit mit Remo Eyer Fine Art Printing in Zürich – einem Atelier, das sich auf die anspruchsvolle Umsetzung künstlerischer Fotografie spezialisiert hat und für seine akribische Präzision und enge Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden bekannt ist.

Für den nordamerikanischen Raum übernimmt Blazing Editions in East Greenwich, Rhode Island, die Produktion: ein international renommiertes Fine-Art-Studio mit exzellentem Ruf für seine ChromaLuxe-Umsetzungen sowie für großformatige, sammlerwürdige Print-Editionen.

Beide Partner stehen für höchste Materialgüte, farbtreue Reproduktion und ein tiefes Verständnis für künstlerische Intention – Werte, die Freilings Haltung zur Fotografie als physischem Kunstobjekt entsprechen.

Kleinformate und Künstlerproofs werden persönlich im eigenen Atelier auf einem Canon imagePROGRAF PRO-1100 gefertigt – mit ebenso hoher Präzision und Sorgfalt. Je nach Werk kommen maßgefertigte Rahmen zum Einsatz, oft in Zusammenarbeit mit den Druckereien oder in Halbe-Rahmen-Systemen.

Dieser hohe Anspruch an jedes Detail ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines Verständnisses von Fotografie als Objektkunst – mit klarer Haptik, Tiefe und Dauer.